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Kuba: Haftstrafe fΓΌr einen MinderjΓ€hrigen als Druckmittel fΓΌr die Familie – Aufruf zur Medienkampagne

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Kuba: Haftstrafe fΓΌr einen MinderjΓ€hrigen als Druckmittel fΓΌr die Familie – Aufruf zur Medienkampagne

Der 16-jΓ€hrige Jonathan David Muir Burgos befindet sich seit dem 16. MΓ€rz 2026 in Haft. Er stammt aus Zentralkuba und ist der Sohn von christlichen Pastoren, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Er wurde mehrere Wochen lang ohne glaubwΓΌrdige Beweise in Untersuchungshaft gehalten und befindet sich heute in einer Γ€usserst prekΓ€ren Lage. Sein ohnehin schon angeschlagener Gesundheitszustand verschlechtert sich unter den Haftbedingungen, die besorgniserregend sind. Das wird von verschiedenen Menschenrechtsorganisationen kritisiert.

Ein MinderjΓ€hriger im

GefΓ€ngnis – ohne solide Rechtsgrundlage

Der 16-jΓ€hrige Jonathan ist in Kuba rechtlich gesehen noch minderjΓ€hrig. Am 16. MΓ€rz wurden er und sein Vater, Pastor Elier Muir Ávila, auf die Polizeiwache von MorΓ³n vorgeladen. Danach wurden sie nach Ciego de Ávila gebracht, wo ihr Aufenthaltsort mehrere Stunden lang unbekannt blieb. WΓ€hrend sein Vater noch am selben Tag freigelassen wurde, blieb Jonathan bis zum 2. April ohne formelle Anklage in Haft. An diesem Tag beschloss die Staatsanwaltschaft, ein Verfahren einzuleiten und die Untersuchungshaft zu verhΓ€ngen – die strengste Massnahme, die das Gesetz vorsieht. Nach Angaben der Organisation Cubalex verstΓΆsst dieser Entscheid gegen die geltenden Rechtsnormen. Das Gesetz in Kuba sagt, dass alternative Massnahmen bei MinderjΓ€hrigen jederzeit Vorrang haben sollten.

Besorgniserregende UmstΓ€nde in Haft

Jonathan wurde in das GefΓ€ngnis von Canaleta verlegt, ohne dass seine Familie und sein Anwalt darΓΌber informiert wurden. In dieser Haftanstalt kam es kΓΌrzlich zu einem gewaltsamen Aufstand, welcher aufzeigt, wie gefΓ€hrlich dieses Umfeld sein kann. Dazu kommen mangelnde Transparenz, die Isolation des jungen HΓ€ftlings und eine Ausnahmeregelung, die normalerweise nur bei schweren Straftaten (Gewaltdelikte, schwere Verbrechen) in Kraft tritt. All diese UmstΓ€nde verstΓ€rken die Sorge, dass Jonathan in seiner Haft instrumentalisiert und unter Druck gesetzt wird. Organisationen wie Cuba Decide kritisieren diese Praxis als eine Form des psychologischen Drucks auf den MinderjΓ€hrigen und sein Umfeld.

Alarmierende Haftbedingungen, die die Gesundheit gefΓ€hrden

Jonathan leidet an Dyshidrose, einer schweren Hauterkrankung, die fΓΌr ihn bereits lebensbedrohlich war. Er muss deshalb stΓ€ndig behandelt werden und strenge Hygienevorschriften einhalten. Seit seiner Festnahme hat er weder Zugang zu Medikamenten noch zu der notwendigen medizinischen Versorgung. Die Haftbedingungen leisten ihren Beitrag: unhygienische VerhΓ€ltnisse, Bettwanzenbefall, eingeschrΓ€nkter Zugang zu Wasser und medizinischer Versorgung. All diese UmstΓ€nde verschlimmern seinen Zustand und kΓΆnnten schwerwiegende, sogar lebensbedrohliche Folgen fΓΌr ihn haben.

Hintergrund: Religionsfreiheit und UnterdrΓΌckung in Kuba

Dieser Fall ist Teil eines grΓΆsseren Gesamtbilds: der EinschrΓ€nkung der Grundfreiheiten in Kuba. Als Einparteienstaat mit einem zentralisierten Kontrollsystem garantiert das Land weder die UnabhΓ€ngigkeit der Justiz noch den wirksamen Schutz der Menschenrechte. Kirchen kΓΆnnen nur dann frei wirken, wenn sie vom Staat anerkannt sind, was jedoch nur in AusnahmefΓ€llen der Fall ist. Die Religionsfreiheit ist eng mit der Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit verbunden – allesamt Rechte, die regelmΓ€ssig eingeschrΓ€nkt werden. Christliche Gemeinschaften sind hΓ€ufig stΓ€ndiger Überwachung, VerhΓΆren, willkΓΌrlichen Inhaftierungen und Druck ausgesetzt, die darauf abzielen, ihre AktivitΓ€ten einzuschrΓ€nken. Laut dem Weltverfolgungsindex, der jΓ€hrlich von Open Doors, einer NGO zur UnterstΓΌtzung verfolgter Christen, verΓΆffentlicht wird, ist Kuba heute das Land in Lateinamerika, in dem die Verfolgung von Christen am stΓ€rksten ist.

Eine Familie, die seit ΓΌber einem Jahrzehnt ins Visier genommen wird

Jonathans Eltern, die Pastoren Elier Muir Ávila und Minervina Burgos LΓ³pez, leiten die evangelische Kirche Β«Tiempo de CosechaΒ», die von den BehΓΆrden nicht anerkannt wird. Seit mehr als zehn Jahren wird die Familie systematisch schikaniert, durch wiederholte Verhaftungen, VerhΓΆre, Morddrohungen, EinschΓΌchterungsversuche und die erzwungene Schliessung von GotteshΓ€usern. Ihre Gemeinde hat unter dem Druck der BehΓΆrden mindestens 60 Mitglieder verloren. Laut einem Bericht der Organisation Prisoners Defenders gilt die Familie als Β«ideologisch gefΓ€hrlichΒ». Die Inhaftierung von Jonathan fΓΌgt sich in dieses Muster aus Überwachung und Repressalien ein, bei dem AngehΓΆrige – einschliesslich der Kinder – als Druckmittel eingesetzt werden.

Aufruf zur Medienberichterstattung

Vor diesem Hintergrund ist eine verstΓ€rkte internationale Medienberichterstattung unerlΓ€sslich, um auf diesen Fall aufmerksam zu machen und Druck auf die kubanischen BehΓΆrden auszuΓΌben, damit Jonathan unverzΓΌglich freigelassen wird, Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung erhΓ€lt und seine Grundrechte respektiert werden.