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Ein Mann auf einem Feld in Tadschikistan

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NachrichtenTadschikistan

Tadschikistan: Afghanische FlΓΌchtlinge zur RΓΌckkehr zu den Taliban gezwungen

Die Entscheidung der tadschikischen BehΓΆrden reiht sich in einen besorgniserregenden weltweiten Trend ein, afghanische FlΓΌchtlinge in ihr Land zurΓΌckzuschicken, das nun von den Taliban kontrolliert wird. FΓΌr Christen ist dies eine existenzielle Gefahr.

Die BehΓΆrden Tadschikistans haben ihre Entscheidung, afghanische FlΓΌchtlinge in ihr Land zurΓΌckzuschicken, offiziell bestΓ€tigt, nachdem sie 150 von ihnen festgenommen hatten. Einige von ihnen hatten jedoch von der FlΓΌchtlingsagentur der Vereinten Nationen (UNHCR) offiziell den FlΓΌchtlingsstatus erhalten. Ende Juli lief das Ultimatum ab, das allen afghanischen FlΓΌchtlingen Anfang des Monats gestellt worden war, Tadschikistan innerhalb von 15 Tagen zu verlassen.

Was wird aus all den FlΓΌchtlingen, die aufgrund der MachtΓΌbernahme der Taliban im Jahr 2021 aus Afghanistan geflohen sind und nun Gewalt ausgesetzt sind?

Ethnische und religiΓΆse Minderheiten besonders gefΓ€hrdet

In Afghanistan werden ethnische und religiΓΆse Minderheiten wie Ahmadis, Schiiten, Hazara und Christen nicht nur von den Taliban, sondern auch von extremistischen Gruppen wie dem Islamischen Staat und ISKP (Islamischer Staat in Khorasan) unverhΓ€ltnismΓ€ssig stark verfolgt. Frauen und MΓ€dchen aus diesen Gemeinschaften sind aufgrund ihrer Religion oder ethnischen ZugehΓΆrigkeit besonders gefΓ€hrdet, Gewalt, Zwangsheirat und Verfolgung ausgesetzt zu sein.

Sollten unter den zwangsweise nach Afghanistan zurΓΌckgebrachten Menschen Christen entdeckt werden, drohen ihnen GefΓ€ngnis oder sogar der Tod. Als die Taliban 2021 die Macht ΓΌbernahmen, gingen sie sogar von TΓΌr zu TΓΌr, um Christen aufzuspΓΌren, zu foltern oder zu tΓΆten, wodurch ihr Land auf den ersten Platz des Weltverfolgungsindex 2022 rΓΌckte.

Jan de Vries, Experte fΓΌr Zentralasien bei Open Doors, ist alarmiert:

Β«Ich bin zutiefst besorgt um die deportierten Frauen: Wie sieht ihre Zukunft aus? Und meine Gedanken sind besonders bei denen, die heimlich zum Christentum konvertiert sind. Nach ihrer Abschiebung mΓΌssen sie sich mehr denn je verstecken. Vor allem fΓΌr Christen bedeutet die Abschiebung Lebensgefahr, da die Taliban jegliche christliche PrΓ€senz in ihrem Land ablehnen.Β»

Vorwand des Drogenhandels und des Extremismus

In ihrer BegrΓΌndung der Massnahme fΓΌhren die tadschikischen BehΓΆrden eine Reihe von GesetzesverstΓΆssen an, derer sie die FlΓΌchtlinge beschuldigen: Drogenhandel, Verbreitung extremistischer Ideologien, Vorlage falscher Informationen...

Laut der Nachrichtenagentur Khamaa Press News Agency wurden durch die Abschiebungen Familien getrennt (in einigen FΓ€llen wurden Kinder abgeschoben, wΓ€hrend ihre Eltern noch in Tadschikistan sind). DarΓΌber hinaus hatten einige der zurΓΌckgeschickten Afghanen einen regulΓ€ren FlΓΌchtlingsstatus oder sollten in Kanada neu angesiedelt werden.

Weltweite GleichgΓΌltigkeit?

Tadschikistan scheint nicht das einzige Land zu sein, das ignoriert, dass ethnische und religiΓΆse Minderheiten unter diesen afghanischen FlΓΌchtlingen bei einer RΓΌckkehr in ihr von den Taliban kontrolliertes Land erniedrigende Behandlung oder sogar den Tod riskieren. Nach Angaben des UNHCR mussten mehr als eine Million Afghanen aus Pakistan zurΓΌckkehren, und etwa ebenso viele wurden aus dem Iran ausgewiesen.