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In Mexiko mΓΌssen jedes Jahr Hunderte christlicher Familien vor dem organisierten Verbrechen aus ihrer Heimat fliehen. AnlΓ€sslich des 1. Mai, dem Tag der Arbeit, berichten wir ΓΌber das Zeugnis von Christen, die alles verloren haben, sich aber entschlossen haben, neu anzufangen.
LΓa* hatte ihr Leben rund um ein kleines GeschΓ€ft aufgebaut, mit der sie fΓΌr den Lebensunterhalt ihrer Familie sorgte. Jeden Morgen ΓΆffnete sie den Laden, rΓ€umte GlΓ€ser ein, ΓΌberprΓΌfte den Lagerbestand und wartete auf die Nachbarn, die kamen, um Dinge des tΓ€glichen Bedarfs zu kaufen.
Am 20. Juli 2024 Γ€nderte sich ihr Leben schlagartig. An diesem Tag floh sie zusammen mit 266 anderen Christen aus ZanelΓ‘n* in Chiapas, nachdem sie von einer kriminellen Bande bedroht worden waren. Sie hatten sich geweigert, sich in einen Kartellkrieg verwickeln zu lassen. Einige Tage zuvor waren mehr als 100 Menschen neun Tage lang entfΓΌhrt worden β als Warnung. Sie flohen mit nichts als dem, was sie tragen konnten.
Β«Wir haben unser Zuhause, unsere Ernte und unser Leben verlorenΒ»,
β erzΓ€hlt sie.
Das Gebet wurde zu ihrer einzigen Kraftquelle. Dann erfuhr Open Doors von ihrer Situation und begann, sie jede Woche zu besuchen, um sie bei der Miete und der Deckung ihrer GrundbedΓΌrfnisse zu unterstΓΌtzen und ihr geistlichen Beistand zu leisten. Kurz darauf bot ihr der EigentΓΌmer des Hauses, das sie gemietet hatte, an, einen kleinen Laden zu fΓΌhren. Β«Ich fing an zu arbeiten, betete aber weiter, weil ich meinen Laden vermissteΒ», erzΓ€hlt sie.
SpΓ€ter bot ihr der Besitzer an, ihr das GeschΓ€ft zu einem gΓΌnstigen Preis zu verkaufen. Dank der UnterstΓΌtzung von Open Doors konnte LΓa den Laden kaufen. Β«Ich hΓ€tte mir nie trΓ€umen lassen, wieder ein GeschΓ€ft zu haben, aber Er hat es mΓΆglich gemacht.Β»
Aranza* fΓ€llt es immer noch schwer, ΓΌber den Tag zu sprechen, an dem sie geflohen ist. Β«Es gab eine Schiesserei. Ich dachte, wir wΓΌrden das nicht ΓΌberleben.Β» Die Gewalt ΓΌberraschte sie, als sie in ihrer KΓΌche stand. Durch das Fenster sah sie, wie SchΓΌsse ΓΌber die Strasse flogen. Β«Wir dachten, dass wir da nicht mehr rauskommen wΓΌrden.Β» Sie floh mit ihren Kindern und liess ihren Kleiderladen und ihre Kaffeeplantagen zurΓΌck.
In ihrer neuen Stadt waren die ersten Monate schwierig. Sie kannten niemanden und wurden diskriminiert. Doch dank der UnterstΓΌtzung von Open Doors konnte sie ein kleines SchuhgeschΓ€ft aufbauen. Sie vertraut weiterhin auf Gott, was die Zukunft und ihre Familie betrifft. Jeden Mittwoch geht sie in die Kirche, um ihm zu danken: Β«Ohne Ihn wΓΌrden wir es nicht schaffen.Β» FΓΌr die Zukunft braucht sie die UnterstΓΌtzung ihrer christlichen Familie:
Β«Wir wissen, dass ihr im Herzen mit uns seid, und hoffen, dass ihr weiterhin fΓΌr uns betet.Β»
Ricardo war Kaffeebauer. Sein Land war sowohl seine Einkommensquelle als auch sein Alltag. Als ihn die Gewalt zur Flucht zwang, verlor er alles. Β«Ich hatte nichts mehr und keine MΓΆglichkeit, fΓΌr meine Familie zu sorgen.Β»
Die ersten Monate waren geprΓ€gt von Unsicherheit und Entmutigung. Trotzdem machte er weiter. Das Erste, wonach er in der neuen Stadt suchte, war eine Kirche. Dank seiner neuen Gemeinde erfuhr Open Doors von seiner Geschichte und stellte ihm eine Stickmaschine zur VerfΓΌgung und ermΓΆglichte ihm eine Ausbildung.
Β«Ich hatte zuvor noch nie als Schneider gearbeitet, aber als sich die Gelegenheit bot, beschloss ich, es zu versuchen. Ich sah darin eine Chance, voranzukommen.Β»
Heute nimmt er AuftrΓ€ge entgegen und ernΓ€hrt seine Familie durch seine Arbeit. Er hofft, seine FΓ€higkeiten weiter zu verbessern und sein GeschΓ€ft auszubauen. Aber er hofft auch, dass die Gewalt in seiner Gegend ein Ende findet.
Geschichten wie diese sind keine EinzelfΓ€lle. Open Doors unterstΓΌtzt gemeinsam mit lokalen Partnern vertriebene Familien mit materieller Hilfe, Begleitung, wirtschaftlichen MΓΆglichkeiten und geistlicher UnterstΓΌtzung. Mindestens acht Lebensunterhaltsprojekte wurden ins Leben gerufen, und mehr als 250 Christen erhalten derzeit aktive UnterstΓΌtzung. Der Hilfsbedarf ist jedoch nach wie vor gross.
Β«Wir beten zu Gott, dass unsere BrΓΌder und Schwestern den Mut nicht verlieren. Wir beten dafΓΌr, dass diese Projekte weitergefΓΌhrt werden und dass Gott an diesen Orten weiterhin TΓΌren ΓΆffnet, damit wir noch mehr GlΓ€ubige erreichen kΓΆnnenΒ», schliesst Alma Γvila*, Partnerin von Open Doors.
*Namen aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert
Auf dem Bild: Aranza* in ihrem SchuhgeschΓ€ft