
3 minuten
Im Herzen Mexikos, an einem Ort, an dem es unmΓΆglich ist, zu beten, Gott zu verehren und offen ΓΌber Jesus zu sprechen, leistet eine Gruppe von Frauen hartnΓ€ckigen Widerstand.
Beatriz wuchs im Norden Mexikos in einer christlichen Familie auf. Als Jugendliche trΓ€umte sie davon, das Evangelium zu verkΓΌnden. Als jedoch ihr Ehemann den Ruf des Herrn erhielt, die Β«Zone des SchweigensΒ» zu evangelisieren, hatte sie Zweifel an dieser Mission.
Β«Die Zone des Schweigens ist einer der gefΓ€hrlichsten Orte fΓΌr GlΓ€ubige in unserem LandΒ», berichtet sie. Β«Er besteht aus sieben Staaten, die einen Kreis bilden. Dort darf man nicht offen ΓΌber Jesus sprechen. Man darf weder beten noch ΓΆffentlich Gottesdienst feiern und schon gar keine Kirche bauen. Selbst das Gebet vor dem Essen in einem Restaurant kann gefΓ€hrlich werden.Β»
Beatriz weiss, wovon sie spricht. Als sie in diese Region kamen, wurden in dem Supermarkt, in dem sie gerade war, SchΓΌsse abgefeuert. Eine teuflische Stimme befahl ihr, den Ort zu verlassen. Sie weigerte sich jedoch. Dann vergiftete ein Nachbar ihren Hund, der das Gesicht ihrer zweijΓ€hrigen Tochter ableckte, woraufhin diese beinahe gestorben wΓ€re. Β«Wir eilten ins Krankenhaus und beteten den ganzen Weg. Wie durch ein Wunder gab es dort eine Sauerstoffflasche.Β» Einige Stunden spΓ€ter war ihre Tochter ausser Lebensgefahr.
Da Beatriz nicht offen ΓΌber ihren Glauben sprechen konnte, suchte sie nach einem Weg, Hindernisse zu umgehen. Sie erΓΆffnete eine kleine Schule, um kleinen Kindern Lesen, Schreiben, Rechnen, Musik und Sport beizubringen. ZunΓ€chst sagte Beatriz nichts, sondern knΓΌpfte einfach Freundschaften mit den MΓΌttern. Nach und nach erzΓ€hlte sie von ihrem Glauben, ihrem Weg mit dem Herrn und davon, was er mit ihr und fΓΌr sie getan hatte. So ΓΆffneten die MΓΌtter ihre Herzen und sie fingen an, sich heimlich zum Gebet zu treffen.
Bei diesen Treffen entwickeln die Teilnehmerinnen ein besseres Selbstbild, gewinnen an Selbstvertrauen und erkennen, welchen Wert sie in Gottes Augen haben. Β«Hier ist der Machismus tief verwurzelt. Viele Frauen halten sich fΓΌr wertlos und erfahren keine Liebe. Einige werden geschlagen oder verlassen. Es bricht mir das Herz, aber Selbstmord ist keine Seltenheit.Β»
Wenn diese Frauen zusammenkommen, Β«teilen sie ihren Schmerz miteinander, und nach und nach heilt Gott ihre Herzen. Er ist es, der ihr Leben wiederherstelltΒ». Sie lesen die Bibel und entdecken ihre WΓΌrde, ihre StΓ€rke und ihre FΓΌhrungskompetenz. PlΓΆtzlich sind sie nicht mehr Β«unsichtbarΒ», sondern in der Lage, fΓΌr Christus einzustehen β in einem Land, in dem sich sogar Jesus-Statuen vor denen der Jungfrau Maria verneigen mΓΌssen.
Aber diese heimlichen Treffen bleiben trotz allem gefΓ€hrlich. Β«Eine Frau sagte mir: βΉWenn meine Familie herausfindet, dass ich hierherkomme, wird sie mich enterben.βΊ Eine andere muss sich der Wut ihres Mannes stellen. Er findet, dass sie sich verΓ€ndert hat, dass sie keine SchimpfwΓΆrter mehr sagt und nicht mehr aggressiv ist, und das Γ€rgert ihn.Β» Ausserdem sind die Drogenkartelle wegen dieser AktivitΓ€ten beunruhigt. Wenn sie von einem Treffen erfahren, umzingeln sie das Haus mit gepanzerten GelΓ€ndewagen und ΓΌberwachen es. Β«Am Anfang hatten wir grosse Angst. Sie hΓ€tten uns entfΓΌhren oder tΓΆten kΓΆnnen. Aber Gott hat uns jedes Mal beschΓΌtzt.Β»
Der Traum von Beatriz? Β«Dass in zehn Jahren glΓ€ubige Frauen ohne Angst leben und ihren Glauben offen ausΓΌben kΓΆnnen.Β» UnterstΓΌtzen wir diesen Traum mit unseren Gebeten.