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FΓΌr den 24. Dezember sind in Libyen PrΓ€sidentschaftswahlen angesetzt. Auch Parlamentswahlen sollen im Jahr 2022 stattfinden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese WahlgΓ€nge Frieden und Freiheit bringen werden, auch in religiΓΆser Hinsicht. UnabhΓ€ngig von ihrem Ausgang dΓΌrfte die Gewissensfreiheit der Christen nicht gewΓ€hrleistet sein.
Ein 2017 aufgesetzter Verfassungsentwurf sollte vor den PrΓ€sidentenwahlen einem Referendum unterzogen werden. Ob das Referendum tatsΓ€chlich stattfinden wird, bleibt abzuwarten. Laut der NGO Β«Middle East ConcernΒ», die sich fΓΌr die Freiheit von Christen einsetzt, macht dieser Entwurf jedoch Β«das islamische Recht, die Scharia, zur einzigen Quelle der Gesetzgebung. Konkret bedeutet dies, dass die Verfassung alle Libyer als Muslime betrachtet und sie keine MΓΆglichkeit haben, ihre Religion zu wechseln.Β»
Christen machen nur 0,5 Prozent der BevΓΆlkerung aus. Sie sind eine winzige Minderheit im ΓΌberwiegend muslimischen Libyen. GlΓ€ubige mit muslimischem Hintergrund werden besonders stark verfolgt. Sie werden von ihren Familien und der gesamten Gesellschaft intensiv und sogar gewaltsam unter Druck gesetzt, damit sie ihrem Glauben abschwΓΆren.
Im Ausland lebende Christen aus anderen afrikanischen LΓ€ndern werden von verschiedenen extremistischen islamistischen Gruppen, aber auch von organisierten kriminellen Banden angegriffen. Im Zusammenhang mit FlΓΌchtlingen wurde von mehreren FΓ€llen berichtet, in denen christliche Migranten in Auffanglagern fΓΌr Migranten verprΓΌgelt oder vergewaltigt wurden.