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Romany Adly Ayoub ist ein Γ€gyptischer Christ, der seit dem Jahr 2014 in Libyen lebt. Er hat dort ein BekleidungsgeschΓ€ft erΓΆffnet, damit er seiner Familie Geld nach Hause schicken kann. Ohne Nachricht von ihm seit Januar erfΓ€hrt seine Familie dann aber, dass Romany von der islamistischen Gruppe Ansar al-Sharia entfΓΌhrt und ermordet wurde, weil er sich weigerte, seinen Glauben zu leugnen. Dies ist ein eklatantes Beispiel fΓΌr die Gewalt, die Christen in Libyen tagtΓ€glich betrifft.
Nach dem Sturz von Gaddafi 2011 versank das Land im Chaos. Das von der Regierung hinterlassene Vakuum wurde von politischen und militΓ€rischen Fraktionen gefΓΌllt, die nicht zΓΆgern, schwere Menschenrechtsverletzungen gegen Libyer zu begehen, um ihre Macht zu behaupten. Unter den Opfern sind Christen, die von den verschiedenen Parteien ungestraft ins Visier genommen werden.
Muslime, die zum Christentum konvertieren, sind noch stΓ€rker gefΓ€hrdet. Wenn sie im Internet ΓΌber ihren Glauben sprechen, werden sie verhaftet und wegen Blasphemie ins GefΓ€ngnis gesteckt. Da jeder Libyer angeblich Muslim ist, stehen sie unter enormem psychischen oder physischen Druck von der Polizei oder ihren Familien, zum Islam zurΓΌckzukehren.
Besorgt ΓΌber die Situation plante der UN-Menschenrechtsrat im Oktober eine Mission zur Beurteilung der Menschenrechtssituation im Land. Erstmals soll nun auch die Religionsfreiheit bewertet werden. TatsΓ€chlich leben die Christen in Libyen unter extremem Druck.
Dennoch ist Libyen Unterzeichner mehrerer internationaler VertrΓ€ge, die die Bedeutung der Religions- und Glaubensfreiheit bekrΓ€ftigen. Der Verfassungsentwurf fΓΌr 2017 macht jedoch den Islam zur Religion des Landes und die Scharia zur Hauptquelle der Gesetzgebung. Obwohl das libysche Strafgesetzbuch den Glaubensabfall nicht verurteilt, sind die verwendeten Begriffe vage genug, um Christen der Blasphemie zu beschuldigen.