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Algerien: NGOs verteidigen gemeinsam einen Christen

14 Nichtregierungsorganisationen wenden sich an die UN, um einen algerischen Christen zu verteidigen, welcher der Blasphemie beschuldigt wird.

14 NGOs haben sich an Irene Kahn, UN-Sonderberichterstatterin fΓΌr die FΓΆrderung und den Schutz des Rechts auf Meinungsfreiheit, gewandt. Sie baten sie, fΓΌr Hamid Soudad zu intervenieren. Dieser 43-jΓ€hrige algerische Christ wurde wegen GotteslΓ€sterung zu fΓΌnf Jahren GefΓ€ngnis verurteilt.

Ein unverhÀltnismÀßiges Urteil

Hamid aus der nordalgerischen KΓΌstenstadt Oran wurde im Januar wegen Β«Beleidigung des Propheten des IslamΒ» zu fΓΌnf Jahren GefΓ€ngnis verurteilt. Er hatte vor drei Jahren eine Karikatur des Propheten auf seinem Facebook-Konto gepostet.

In ihrem Schreiben weisen die NGOs darauf hin, dass dieses Urteil eine Verletzung des Vâlkerrechts darstellt. Sie ist unverhÀltnismÀßig und steht in keinem VerhÀltnis zu den Strafen, die bisher von algerischen Gerichten für dieselbe Art von Anschuldigungen verhÀngt wurden. Sie fordern Irene Kahn auf, Druck auf die Regierung auszuüben, damit Hamid Soudad unverzüglich freigelassen wird.

Druck auf Christen

Einem Verfolgungsanalysten von Open Doors zufolge hatte seine Verurteilung nichts mit der Verâffentlichung zu tun: «Die Behârden suchten nach einer Mâglichkeit, Druck auf die christliche Gemeinschaft auszuüben und sie nutzten die Karikatur, die damals keine Reaktion hervorrief. Die HÀrte der verhÀngten Strafe lÀsst darauf schließen, dass die Behârden an Hamid ein Exempel statuieren und ihn für seine Konversion bestrafen wollten. Unser Experte betont jedoch: «Die Konvertierung ist in Algerien nicht strafbar.»

Christenfeindliche Gesetzgebung

Die 14 NGOs fordern außerdem, dass die algerische Gesetzgebung mit dem internationalen Recht in Einklang gebracht wird. Dazu muss sie das Blasphemiegesetz abschaffen und die Verordnung 06-03 aufheben, die die AktivitÀten anderer Religionen als des Islam regelt und kontrolliert. Seit Inkrafttreten der Verordnung im Jahr 2006 hat die Regierung keine neuen protestantischen Kirchen registriert. Die Christen sind daher verpflichtet, sich ohne Genehmigung der Behârden zu treffen. Sie sind de facto illegal und riskieren eine strafrechtliche Verfolgung. Die Verordnung wurde auch als Vorwand genutzt, um seit 2017 16 Kirchen zu schließen.

Im Dezember hatten bereits drei andere UN-Sonderberichterstatter ihre Besorgnis ΓΌber die Lage der protestantischen Christen in Algerien zum Ausdruck gebracht.