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Im Norden Mosambiks ist die Provinz Cabo Delgado erneut von Gewalt heimgesucht worden. Zwischen dem 9. und 12. Oktober griff die bewaffnete Gruppe Al-Shabab das Dorf Napala an und sorgte fΓΌr Tod und Terror.
Innerhalb weniger Tage wurde Napala, ein ΓΌberwiegend christliches Dorf, verwΓΌstet. Mindestens zwanzig Christen wurden getΓΆtet und fast 2000 Einwohner flohen. Sie liessen alles zurΓΌck: ihre HΓ€user, ihre Felder, ihre Erinnerungen.
Trotz Eingreifens der mosambikanischen StreitkrΓ€fte hat sich die Lage weiter verschlechtert. Β«Die VerteidigungskrΓ€fte haben erfolglos versucht, einzugreifenΒ», beklagt ein Pastor aus der Umgebung. Ein Gemeindeleiter, der neben ihm steht, berichtet weiter: Β«Nach dem RΓΌckzug der Armee hat Al-Shabab seine Wut entfesselt und HΓ€user niedergebrannt, bis nichts mehr ΓΌbrig war.Β»
Unter den Opfern befanden sich vier Γ€ltere Frauen, die gefesselt und anschliessend lebendig verbrannt wurden. Diese Tat von unglaublicher BrutalitΓ€t verdeutlicht den Hass, der hinter diesen Angriffen steckt.
Das Dorf Napala ist nur noch ein TrΓΌmmerfeld. Nicht weniger als 1300 GebΓ€ude, darunter zwei Kirchen, wurden zerstΓΆrt. Die Bilder, die nach dem Angriff aufgenommen wurden, zeigen ein verlassenes Dorf, in dem nur noch verkohlte Mauern stehen.
Die Ereignisse in Napala sind kein Einzelfall. Seit Anfang des Jahres haben die Angriffe in der Provinz Cabo Delgado zugenommen, insbesondere im Bezirk ChiΓΊre.
Das Nachrichtenportal ReliefWeb spricht von der Β«grΓΆssten plΓΆtzlichen Vertreibungswelle seit fast zwei JahrenΒ»: Nach Angaben der Internationalen Organisation fΓΌr Migration wurden in dieser Region mehr als 425'000 Menschen vertrieben.
Laut unseren Partnern vor Ort Β«hat die Regierung strenge Kontrollen ΓΌber die Konfliktgebiete verhΓ€ngtΒ», die sich nun ΓΌber ein grΓΆsseres Gebiet als zuvor erstrecken. Derselben Quelle zufolge ist das Filmen oder Fotografieren dort verboten: Wer mit einer Kamera angetroffen wird, muss mit Festnahme oder Beschlagnahmung rechnen.
Durch diese EinschrΓ€nkung der Informationsverbreitung halten die BehΓΆrden den Konflikt unter Verschluss. Dieses Schweigen verschleiert das Ausmass des Leids und die LebensrealitΓ€t der Einwohner.
Hinter dieser Gewalt verbirgt sich eine noch grΓΆssere Bedrohung: die PrΓ€senz des Islamischen Staats in Subsahara-Afrika. Seit 2019 wird die Gruppe Al-Shabab als Ableger des Islamischen Staats betrachtet, der sie als seinen bewaffneten Arm in Mosambik anerkannt hat.
In einem kΓΌrzlich erschienenen Newsletter richtete der Islamische Staat eine ausdrΓΌckliche Warnung an die afrikanischen Christen: Β«Wenn die Christen Afrikas in Sicherheit leben und den Massakern entgehen wollen, mΓΌssen sie wissen, dass unser reiner Islam ihnen drei MΓΆglichkeiten bietet: zum Islam konvertieren, die Jizya zahlen oder sterben.Β»
Der Leitartikel dieses Newsletters feiert die Β«SiegeΒ» des Dschihad (des heiligen Krieges) in Mosambik und im Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo Christen gezielt angegriffen und getΓΆtet werden.
Was in den DΓΆrfern von Cabo Delgado geschieht, offenbart die Absicht eines globalen Projekts: durch Terror eine Ideologie durchzusetzen, die die Freiheit und den Glauben von Millionen von GlΓ€ubigen negiert.