3 minuten
Mehr als 100 Christen, darunter 70, die an einer Trauerfeier teilnahmen, wurden Anfang vergangener Woche bei einem islamistischen Terroranschlag in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) getΓΆtet. Es ist bereits das dritte Massaker in der Region in den letzten Wochen.
Terroristen der Gruppe Allied Defence Force (ADF) griffen zwei DΓΆrfer in der Provinz Nord-Kivu im Osten der DRK an, die im Weltverfolgungsindex von Open Doors auf Rang 35 liegt. Die ADF-KΓ€mpfer, eine mit dem IS verbundene Rebellengruppe im Osten der DRK, attackierten in der Nacht vom 8. auf den 9. September die DΓΆrfer Potodu und Ntoyo.
Videos, die ΓΌber Messaging-Apps verbreitet wurden, zeigen Leichen, die in LehmhΓΌtten aufgestapelt und auf Strassen verstreut liegen, begleitet von den Schmerzensschreien ΓΌberlebender AngehΓΆriger.
Reverend Mbula Samaki von der 55e CEBCE-Kirche Mangurejipa in Ntoyo sagte: Β«Sie kamen und begannen sofort zu tΓΆten. Sie ermordeten kaltblΓΌtig 26 Christen. Wer zu fliehen versuchte, wurde erschossen, andere wurden mit Macheten getΓΆtet.Β»
Der lokale Verwaltungsbeamte Macaire Sivikunula erklΓ€rte gegenΓΌber der Nachrichtenagentur Reuters: Β«Die Opfer wurden gegen 21 Uhr bei einer Trauerfeier im Dorf Ntoyo ΓΌberrascht, und die meisten von ihnen wurden mit Macheten getΓΆtet.Β« Die Terroristen griffen GlΓ€ubige an, die sich zu einer Totenwache fΓΌr eines ihrer katholischen Kirchenmitglieder versammelt hatten.
Reverend Mbula fΓΌgte hinzu: Β«Bis jetzt wurden mehr als 70 Christen getΓΆtet, mindestens 100 entfΓΌhrt, zahlreiche HΓ€user und Fahrzeuge verbrannt. Es ist schrecklich.Β» Der Geistliche selbst entkam nur knapp dem Angriff in Ntoyo. Β«Gott hat noch eine Mission fΓΌr mich; dieser Vorfall ereignete sich, als ich gerade Ntoyo passiert hatteΒ», berichtete er einem lokalen Partner von Open Doors.
Β«Was ich gesehen habe, ist schrecklich. Sie haben fast alle Menschen getΓΆtet, die sich zur Trauerfeier versammelt hatten.Β»
β AbbΓ© Paluku Nzalamingi, Priester in Manguredjipa, der sich zum Ort der TragΓΆdie begab, gegenΓΌber der lokalen Nachrichtenseite Actualite.CD.
Β«Einige Leichen lagen noch auf der Strasse, auf GrundstΓΌcken in der NΓ€he des Zentrums von Ntoyo. Es waren mindestens 70 Menschen, die meisten erschossen.Β»
Am nΓ€chsten Morgen schlugen die Terroristen erneut zu. In Potodu, etwa 6 km von Oicha entfernt, ermordeten sie Bauern mit Macheten β sowohl auf den Feldern als auch auf dem Heimweg. Β«Es ist eine Nacht der Trauer und Trostlosigkeit fΓΌr die ChristenΒ», sagt Pastor Paluku. Β«MΓΆge Gott uns zu Hilfe kommen, denn wir haben diese Morde im Gebiet Beni satt.Β»
Die AnschlΓ€ge sind bereits die dritten seit Juli.
β’ Mitte August tΓΆteten bewaffnete KΓ€mpfer in Nord-Kivu ΓΌber 50 Menschen, darunter Frauen und Kinder.
β’ Im Juli starben mindestens 49 Christen, als Militante eine nΓ€chtliche Gebetsversammlung im Dorf Komanda (Provinz Ituri) ΓΌberfielen.
Viele Menschen sind inzwischen aus den betroffenen Gebieten geflohen. Wer blieb, verbringt die NΓ€chte in Gastfamilien oder Kirchen β oft voller Angst.
Reverend Alili, dessen Kirche in Njiapanda Vertriebene aus Ntoyo aufgenommen hat, berichtet: Β«Sie wollen nicht in der Kirche schlafen, aus Angst, angegriffen zu werden wie diejenigen, die bei einer Totenwache getΓΆtet wurden. Letzten Monat gab es noch ein Massaker nach dem anderen, und im September, Herr, bitte komm uns zu Hilfe.Β»
Nach EinschΓ€tzung von Beobachtern sind die Angriffe Racheakte, nachdem die ADF zu Jahresbeginn militΓ€rische Niederlagen gegen die kongolesische Armee erlitt.
Β«Es ist inakzeptabel, dass diese Angriffe auf Zivilisten ungestraft weitergehen.Β Open Doors verurteilt diese anhaltenden Gewalttaten gegen Zivilisten aufs SchΓ€rfste und fordert die Zivilgesellschaft, Regierungen und internationalen Organisationen auf, dem Schutz der ZivilbevΓΆlkerung im Osten der DR Kongo, wo bewaffnete Gruppen wie die ADF operieren, Vorrang einzurΓ€umen.Β»
β Jo Newhouse*, Sprecherin von Open Doors fΓΌr die Arbeit in Subsahara-Afrika