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Katar: Die Kirche im WM-Land im Untergrund

Im Land der Fussballweltmeisterschaft 2022 werden die wenigen Christen im Land immer mehr dazu gedrΓ€ngt, ihren Glauben im Untergrund zu praktizieren.

Die christliche Gemeinschaft in Katar besteht hauptsΓ€chlich aus Gastarbeitern, die aus armen Gemeinden in Afrika und Asien stammen. Ihnen ist es nur erlaubt, sich in Kirchen zu versammeln, die sich auf einem rechtlich anerkannten GelΓ€nde befinden. Aus diesem Grund haben die Christen darum gebeten, weitere KirchengebΓ€ude zu errichten. Dies wurde ihnen jedoch nicht gestattet.

Heimliche Treffen

Das Ergebnis: Die bestehenden Kirchen sind zu klein. Daher versammelten sich viele christliche Migranten in den letzten Jahren in privaten HΓ€usern. ZunΓ€chst hatte die Regierung nichts gegen diese Treffen unternommen. Seit 2021 ist es einem Teil dieser Hauskirchen jedoch nicht mehr erlaubt, als solche zu agieren. Das fΓΌhrt dazu, dass die Kirchen immer weiter in den Untergrund gedrΓ€ngt werden und gezwungen sind, sich heimlich in kleinen Gruppen zu Hause zu versammeln. Daher auch der Β«AufstiegΒ» Katars auf dem Weltverfolgungsindex.

EingeschrΓ€nkte Religionsfreiheit

Die Christen mΓΆchten ihre Religionsfreiheit in vollem Umfang geniessen. Dazu gehΓΆrt auch die MΓΆglichkeit, ihren Gottesdienst privat oder ΓΆffentlich, allein oder gemeinsam mit anderen auszuΓΌben. Einigen ist es gesetzlich erlaubt, sich zu versammeln und ihren Gottesdienst kollektiv auszuΓΌben. Doch andere wurden in ihren AktivitΓ€ten eingeschrΓ€nkt. Die christlichen Leiter hoffen, dass ihre GesprΓ€che mit der katarischen Regierung zu LΓΆsungen fΓΌhren werden, die es ihnen ermΓΆglichen, sich frei zu versammeln.

Christen im Untergrund

In Katar neigen Christen dazu, sich bedeckt zu halten. Im Ausland lebende Christen kΓΆnnen von ihren eigenen Migrantengemeinden von innen heraus diskriminiert werden. Die wenigen konvertierten Katarer sind mit Feindseligkeit seitens ihrer Familien und Gemeinschaften konfrontiert. Dies gilt umso mehr, als die katarische Gesellschaft einem konservativen Stamm des Islam anhΓ€ngt. Christliche Frauen mit muslimischem Hintergrund sind am verletzlichsten: Ihre Familien haben die Macht, ihnen das Recht zu reisen zu entziehen, sie unter Hausarrest zu stellen, ihnen den Zugang zu Geld zu verweigern und sie aus dem Familienhaus zu vertreiben. Und das in einer Gesellschaft, in der es fΓΌr Frauen ohnehin nicht einfach ist, allein zu leben.