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Jemenitische Christen, die wegen ihres Glaubens im GefΓ€ngnis sitzen, nutzen ihre Haft als Gelegenheit, das Evangelium zu verkΓΌnden. Ein mutiges und riskantes Zeugnis: Beten wir fΓΌr Schutz und Standhaftigkeit.
Das Jahr 2026 begann im Jemen mit einer schweren Repressionswelle gegen Christen, vor allem im Norden des Landes. Dabei wurden mehr als 60 GlΓ€ubige entfΓΌhrt und inhaftiert. FΓΌr die jemenitische Kirche war dies ein schwerer Schlag: Viele Christen mussten untertauchen, andere sahen sich gezwungen, ihre Stadt zu verlassen und in eine andere Provinz zu ziehen, um dort Schutz zu suchen. Ihre Telefone blieben wochenlang ausgeschaltet; einige zerstΓΆrten sogar ihr eigenes Telefon, um nicht geortet werden zu kΓΆnnen.
Dennoch berichten uns unsere Partner, dass sich viele Christen trotz der Γberwachung und gelegentlicher Drohungen noch stΓ€rker dazu berufen fΓΌhlten, mitten in diesem Chaos das Evangelium weiterzugeben. In ihren Herzen ist ein neues Feuer entfacht worden, ihren Glauben noch entschlossener zu teilen, in der Γberzeugung, dass dies eine Zeit der Ernte war β und es auch nach wie vor ist.
Mahfouz* ist ein jemenitischer Christ, der wegen seines Glaubens an Jesus eine dreijΓ€hrige Haftstrafe verbΓΌsst hat. Er erinnert sich:
Β«Ich habe dafΓΌr gebetet, dass sie meine Entlassung um ein paar Stunden verschieben mΓΆge, weil ich mich an diesem Tag um 18 Uhr mit einem der HΓ€ftlinge treffen sollte und ihm vor meiner Abreise die Gute Nachricht verkΓΌnden wollte. Es war vielleicht seine einzige Gelegenheit, von Christus zu hΓΆrenΒ», erzΓ€hlt Mahfouz.
Hinter GefΓ€ngnismauern verkΓΌnden viele inhaftierte BrΓΌder das Evangelium. Einige Christen vor Ort beten voller Glauben dafΓΌr, dass aus den 60 GlΓ€ubigen, die im Januar inhaftiert wurden, 600 werden.
Ein HΓ€ftling verkΓΌndet das Evangelium in seinem Zellenblock. Seine Frau berichtet: Β«Als ich bei einem Besuch am Eingang des GefΓ€ngnisses durchsucht wurde, sagte mir der WΓ€rter, mein Mann sei berΓΌhmt. Er ist dafΓΌr bekannt, freundlich und fΓΌrsorglich zu sein und stΓ€ndig von Jesus zu sprechen. Er sagt ganz offen, dass er Christ ist.Β» Die Ehefrau war ΓΌberrascht und befΓΌrchtete, der Wachmann wΓΌrde ihr deswegen den Zutritt verweigern. Doch ganz im Gegenteil: Er liess sie mit einem LΓ€cheln herein.
FΓΌr andere Ehefrauen ist die Situation weitaus schwieriger. Sie mΓΌssen sich allein um kleine Kinder kΓΌmmern, solange ihr Mann β der in der Regel auch der Hauptverdiener der Familie ist β abwesend ist. Von finanziellen Schwierigkeiten geplagt, mΓΌssen diese Frauen arbeiten, um ihre Kinder zu ernΓ€hren, fΓΌr sie sorgen und die unzΓ€hligen Hausarbeiten erledigen, wΓ€hrend sie gleichzeitig versuchen, Rechtsbeistand fΓΌr ihre EhemΓ€nner zu erhalten, die nach wie vor zu Unrecht inhaftiert sind.
Die Vielzahl an BehΓΆrden und die PrΓ€senz extremistischer Gruppen machen es den AnwΓ€lten in einem Land ohne funktionierendes Rechtssystem nahezu unmΓΆglich, ihre Arbeit richtig auszufΓΌhren und unschuldigen Christen zu helfen, die allein deshalb im GefΓ€ngnis sitzen, weil sie ihren Glauben praktizieren.
In anderen Teilen des Landes, in denen die BeschrΓ€nkungen weniger streng sind, haben wieder heimliche christliche AktivitΓ€ten sowie kleine Versammlungen begonnen. Dort kommen Christen zusammen, beten fΓΌr ihre inhaftierten Glaubensgeschwister und vertiefen gleichzeitig ihre Beziehung zu Christus.
Β«Auch wenn wir entmutigende Worte hΓΆren wie: βΉVielleicht werden sie nie wieder freikommenβΊ, vertrauen wir auf unseren Herrn und seine Verheissungen. Er ist der hΓΆchste Richter, und wir wissen, dass er alles siehtΒ», berichtet Samar*, eine Christin aus der Gegend.
*Name aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert