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ACF: Protestmenge versammelt sich

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Indien: Tausende fordern RΓΌckkehr von Stammeschristen zum ursprΓΌnglichen Glauben

Am 20. Juni versammelten sich im Dorf Bharanda (Bundesstaat Chhattisgarh) Tausende Menschen, um die RΓΌckbekehrung von Christen indigener Stammesgemeinschaften zu fordern – im Rahmen des sogenannten Β«Ghar WapsiΒ», eines Rituals, das Β«RΓΌckkehr nach HauseΒ» bedeutet. Obwohl die Demonstrationen weitgehend friedlich verliefen, wurden drei christliche Familien aus dem Dorf ausgeschlossen.

Dorfbewohner und Stammesvertreter versammelten sich auf einem Marktplatz, bevor sie durch die Strassen zogen. Sie prangerten das an, was sie als religiΓΆse Konversionsversuche betrachten, und warfen bestimmten Personen vor, ihren Glauben, ihre Kultur und ihre Traditionen zu untergraben. Zahlreiche Frauen nahmen an der Demonstration teil, zu der sich auch Bewohner der umliegenden DΓΆrfer gesellten. Dies zeugt von der Einheit und dem Engagement der Gemeinschaft in Fragen von Glauben und Kultur.

Lokalen Medienberichten zufolge betonten die Demonstranten, dass ihr Dorf nicht nur ein Wohnort sei, sondern auch ein Symbol fΓΌr Kultur, Kulturerbe und die WΓΌrde der StammesvΓΆlker. Sie bekrΓ€ftigten, dass es keine Kompromisse geben kΓΆnne, wenn es um den Glauben, die Traditionen und die IdentitΓ€t der StammesvΓΆlker gehe. Mit dieser friedlichen Demonstration hat die Gemeinschaft ihre Einheit und ihren Willen zur Bewahrung ihrer kulturellen Werte unterstrichen.

Aarav*, ein lokaler Partner von Open Doors, erklΓ€rt:

Β«Die Demonstration im Dorf Bharanda verlief vergleichsweise weniger gewalttΓ€tig als die vorherigen. Bei Γ€hnlichen Kundgebungen waren Extremisten manchmal mit StΓΆcken, Metallstangen oder Macheten bewaffnet, um Christen oder Kirchen anzugreifen. Diesmal kam es nicht zu solchen Szenen. Die Demonstranten skandierten Parolen fΓΌr den Schutz der Stammeskultur und des Stammesglaubens sowie gegen religiΓΆse Konversionen.Β»

Gewaltsam aus ihrem Zuhause vertrieben

Die Polizei versuchte, wΓ€hrend der gesamten Demonstration die Ordnung aufrechtzuerhalten. Am Abend danach erhielten unsere Partner vor Ort jedoch Informationen, denen zufolge Extremisten eine alleinerziehende Mutter und ihre Kinder gewaltsam aus dem Dorf Bharanda vertrieben hΓ€tten. Am nΓ€chsten Tag sollen auch zwei weitere Familien aufgrund ihres Glaubens aus ihren HΓ€usern vertrieben worden sein. Nach Angaben unserer Partner sorgt die Polizei derzeit fΓΌr ihren Schutz.

Β«Bitte betet fΓΌr Schutz, Kraft und die materiellen BedΓΌrfnisse dieser vertriebenen GlΓ€ubigen. Betet auch fΓΌr ihre kΓΆrperlichen und seelischen BedΓΌrfnisse und dafΓΌr, dass die BehΓΆrden die notwendigen Massnahmen ergreifen, um sie zu schΓΌtzen und ihnen Gerechtigkeit widerfahren zu lassenΒ», bittet Aarav.

Ein Memorandum, das die Religionsfreiheit untergrΓ€bt

Im Anschluss an die Demonstration ΓΌberreichten die FΓΌhrer der Stammesgemeinschaft dem Gouverneur und dem MinisterprΓ€sidenten von Chhattisgarh ein Memorandum. Dieses offizielle Dokument, in dem eine Partei ihre Forderungen gegenΓΌber einer zustΓ€ndigen BehΓΆrde darlegt, setzt die staatlichen BehΓΆrden in dieser Region angesichts des zunehmenden Drucks gegen die christlichen Gemeinschaften vor Ort unter Druck. Die Unterzeichner fordern darin eine Untersuchung der VorwΓΌrfe bezΓΌglich religiΓΆser Konversionen sowie strenge strafrechtliche Massnahmen gegen jeden Pastor oder Verantwortlichen, der fΓΌr schuldig befunden wird. Damit steht im Grunde die Freiheit, den eigenen Glauben auszuΓΌben und weiterzugeben, auf dem Spiel. Die Stammesvertreter kritisieren zudem die UntΓ€tigkeit der BehΓΆrden angesichts der bereits eingereichten Beschwerden und ΓΌben damit zusΓ€tzlichen Druck auf die Verwaltung aus, Stellung zu beziehen. FΓΌr den Fall, dass nichts unternommen wird, drohen sie mit einer VerschΓ€rfung ihrer Mobilisierung, was eine anhaltende Bedrohung fΓΌr die GlΓ€ubigen in der Region darstellt.

*Name aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert

Bildunterschrift: Demonstranten, die bei der Kundgebung am 20. Juni im Bundesstaat Chhattisgarh gegen erzwungene Religionswechsel protestierten.