2 minuten
Der UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in Eritrea, Mohamed Abdelsalam Babiker, appelliert in seinem Jahresbericht and die Landesregierung. Er fordert die eritreische Regierung auf, alle Personen, die im Land aus religiΓΆsen GrΓΌnden inhaftiert sind, sofort und bedingungslos freizulassen. Unter diesen Gefangenen sind viele Christen.
Am 10. Mai wurden zwei Christen in Asmara, der Hauptstadt Eritreas, verhaftet. Im MΓ€rz wurden 40 weitere Christen bei Polizeirazzien in der Hauptstadt und in der Stadt Assab, im Osten des Landes, verschleppt.
Es ist schwierig, genau zu wissen, wie viele Menschen in Eritrea wegen ihres Glaubens inhaftiert sind. Es gibt keine Statistiken und die Gefangenen werden willkΓΌrlich eingesperrt, ohne formale Anklage oder Prozess. Unsere Partner vor Ort schΓ€tzen, dass es zwischen 600 und 1200 Christen sind, die einzig aufgrund ihres Glaubens eingekerkert sind.
In Eritrea sind nur die orthodoxe, katholische und lutherische Kirche erlaubt. Die von diesen willkΓΌrlichen Verhaftungen betroffenen Christen sind diejenigen, die ihren Glauben ausserhalb dieser Konfessionen leben. Pfingstler und evangelische Christen werden besonders ins Visier genommen, weil sie als Β«Agenten auslΓ€ndischer RegierungenΒ» gelten.
Babiker stellte eine leichte Verbesserung im Jahr 2020 fest, als eine Reihe von Christen entlassen wurde. Aber bilanziert inzwischen: Β«Die jΓΌngsten Verhaftungswellen zeigen, dass sich die repressive Politik der Regierung in Bezug auf die Religionsfreiheit nicht geΓ€ndert hat.Β»
Oft werden Christen, wenn sie freigelassen werden, sofort in die Armee zwangsverpflichtet. Alle BΓΌrger in Eritrea werden zum MilitΓ€rdienst gezwungen und Wehrpflichtige dienen, ohne zu wissen, wann sie demobilisiert werden. Dies geschieht oft unter unmenschlichen Bedingungen, ohne ausreichenden Lohn, um ihre eigenen BedΓΌrfnisse zu decken, geschweige denn ihre Familien zu unterstΓΌtzen. Dies ist einer der HauptgrΓΌnde, warum Eritreer aus ihrem Land fliehen.