
2 minuten
Im Rahmen einer gross angelegten Operation, die vor etwa zwei Monaten begann, haben die BehΓΆrden zwischen 300 und 400 Polizisten damit beauftragt, Personen zu kontrollieren, die mit Hauskirchen in verschiedenen Regionen im Osten Chinas in Verbindung stehen. Einer unserer lokalen Partner berichtet:
Β«Wir haben noch nie erlebt, dass so viele EinsatzkrΓ€fte aufgeboten wurden, um kirchenbezogene Angelegenheiten zu regeln. Das verdient besondere Aufmerksamkeit.Β»
Γber 70 Personen wurden inhaftiert, darunter Pastoren, Mitarbeitende, Gastfamilien und sogar einige Personen, die sich noch nicht offiziell zum Glauben bekannt haben, sondern geistlich auf der Suche sind. Einige wurden bei Gemeindeversammlungen festgenommen, andere wurden von zu Hause oder ihrem Arbeitsplatz abgeholt. Die BehΓΆrden konzentrierten ihre VerhΓΆre auf finanzielle Fragen und die KonfessionszugehΓΆrigkeit.
Bis heute wurden mehr als 20 Personen zu Geldstrafen zwischen mehreren Tausend und mehreren Zehntausend Yuan (entspricht mehreren Hundert bis mehreren Tausend Schweizer Franken) verurteilt. Die Geldstrafen scheinen im Zusammenhang mit finanziellen Spenden an Kirchen und private Versammlungsorte zu stehen, die als Β«illegalΒ» eingestuft werden.
Jason*, ein weiterer lokaler Partner, erklΓ€rt: Β«Aufgrund der jΓΌngsten Repressionen sind die AktivitΓ€ten unserer Kirche zum Stillstand gekommen. Einige BrΓΌder und Schwestern haben die Kirche verlassen, wΓ€hrend mehrere andere kurz davor stehen, ihren Glauben zu verlieren. Die Zahl der Vollzeitpastoren ist von sechs auf einen einzigen gesunken, da die anderen gekΓΌndigt haben und nun anderswo Arbeit suchen. Γber 80 kleine Gruppen, die sich in Hauskirchen trafen, haben ihre Treffen eingestellt. Von den ursprΓΌnglich 14 Kirchen sind nur noch wenige ΓΌbrig geblieben.Β»
Γber die GrΓΌnde fΓΌr diese UnterdrΓΌckung sagte Jason: Β«Einige Freunde aus der Kirche vermuten, dass sie als VerrΓ€ter denunziert wurden, dass sie von einem Informanten innerhalb der Kirche verraten wurden oder dass sie verdΓ€chtigt wurden, Verbindungen ins Ausland zu haben, aber das sind nur Spekulationen. Der genaue Grund bleibt unklar.Β»
Zudem wurde ein weiteres Team aus der Region verhΓΆrt, und sΓ€mtliche Versammlungsorte stehen unter Beobachtung. Das spiegelt den zunehmenden Trend zu verstΓ€rkter religiΓΆser Kontrolle im Osten Chinas wider.
*Namen aus SicherheitsgrΓΌnden geΓ€ndert