Open Doors Schweiz
Stadtansicht Γ„gypten

3 minuten

ZeugnisΓ„gypten

Γ„gypten: 10 Jahre nach der Hinrichtung von 21 koptischen MΓ€rtyrern durch den IS berichten ihre Familien

Ein Treffen mit den Familien der Opfer, die zwischen Schmerz und Stolz hin- und hergerissen sind, 10 Jahre nach der barbarischen Hinrichtung durch die Gruppe Islamischer Staat an den StrΓ€nden Libyens.

Vor zehn Jahren entdeckte die Welt mit Entsetzen das schreckliche Video von der Hinrichtung von 21 Christen – 20 Γ€gyptische Kopten und ein Ghanaer – durch die Gruppe Islamischer Staat an den StrΓ€nden Libyens. AnlΓ€sslich des Gedenkmonats fΓΌr die Γ€gyptische Kirche besuchten unsere Partner die Familien der Opfer.

Samir, Vater von Girgis: Entscheidung fΓΌr Vergebung

Samir hat einen Schrank mit den Sachen seines Sohnes, der zehn Jahre zuvor vom Islamischen Staat getΓΆtet wurde. Es ist fΓΌr ihn ein heiliger Platz.

Er erklΓ€rt, warum sein Sohn an diesem Tag in Libyen war: Β«Er ist gegangen, um zu arbeiten und seine Familie zu versorgen. Es gibt hier so gut wie keine MΓΆglichkeiten.Β»

Β«Girgis war erst 24 Jahre alt, als er entfΓΌhrt und dann enthauptet wurde. Er war verlobt und plante, noch im selben Jahr zu heiratenΒ», erklΓ€rt Samir unter TrΓ€nen. Das Haus, das er fΓΌr das Brautpaar gebaut hatte, blieb leer, wΓ€hrend ihm zu Ehren eine kleine Kapelle errichtet wurde.

Β«Ich habe den KΓ€mpfern, die meinen Sohn getΓΆtet haben, vergeben. Sie wussten nicht, was sie taten.Β»

Β«Mein Sohn ist ein MΓ€rtyrer fΓΌr Jesus, und das ist ein Segen. Ich bete fΓΌr diejenigen, die ihn getΓΆtet haben, damit sie die Wahrheit sehen und dem Licht folgenΒ», sagt Samir zum Schluss.

Nagaty, Vater von Loka: Stolz inmitten von Schmerz

Der Leichnam von Loka, einem Ehemann und Familienvater, der mit 27 Jahren hingerichtet wurde, liegt in einer Kirche, die in seinem Heimatdorf gebaut wurde, neben dem Ghanaer Matthew. Letzterer war kein Christ, als er die 20 Γ€gyptischen Kopten zum ersten Mal traf. BerΓΌhrt von ihrem Zeugnis, wurde er mit ihnen enthauptet und bekannte dabei den Namen Jesus.

Nagaty, Lokas Vater, berichtet: Β«Ich habe mir das Video angesehen. Ich wollte es nicht, aber ich musste es tun. Ich wollte wissen, ob er bis zum Ende stark geblieben war. Ich hatte stΓ€ndig gebetet und den Herrn gebeten, ihm Kraft zu geben...Β».

Β«Ich habe seine Stimme gehΓΆrt, als er kurz vor seiner Enthauptung den Namen Jesu anrief. Es war seine Stimme. Ich habe sie erkannt. Und ich war erleichtert.Β»

Β«Und jetzt ist er bei Jesus. Was kann sich ein Vater mehr wΓΌnschen?Β», sagt Nagaty.

Ein Wendepunkt fΓΌr die Γ€gyptische Kirche

Die TragΓΆdie vom Februar 2015 hat die christliche Gemeinschaft Γ„gyptens zutiefst erschΓΌttert. Der 10. Jahrestag des Martyriums der Kopten ist ein feierlicher Moment, um diese MΓ€nner zu ehren, die bis zum Tod Zeugnis fΓΌr Christus ablegten. Die Trauer bleibt lebendig, und der Stolz wird stΓ€rker. Die Familien der Opfer halten an dem Glauben fest, dass sie im Himmel sind, und bezeugen ihre bemerkenswerte Entscheidung, den TΓ€tern zu vergeben.

Die Geschichte der 21 MΓ€rtyrer ist also ein Zeugnis fΓΌr einen Glauben, der die Angst ΓΌberwindet, fΓΌr eine Hoffnung, die das Leiden ertrΓ€gt, und fΓΌr eine Liebe, die selbst schwerste Schuld vergibt.